Mittwoch, 15. August 2012

Schloss Hartenfels

Schloss Hartenfels ist ein prächtiges Renaissanceschloss in der Stadt Torgau im Freistaat Sachsen. Es ist das größte, vollständig erhaltene Schloss der Frührenaissance Deutschlands. 

Geschichte
Als 1485 bei der Leipziger Teilung sich das sächsische Herrschergeschlecht der Wettiner in zwei Linien aufspaltete, fiel die bisherige Hauptresidenz, die Albrechtsburg in Meißen, in den Besitz der albertinischen Linie der Wettiner. Kurfürst Friedrich III. und seine Nachfolger ließen später in Torgau das Schloss Hartenfels zur neuen Hauptresidenz der ernestinischen Linie ausbauen. Der Schlossbau wurde im 15. Jahrhundert von Konrad Pflüger begonnen und im 16. Jahrhundert von Konrad Krebs fortgeführt. 

Auf der Hofseite des sogenannten Johann-Friedrich-Flügels (Ostflügel) befindet sich der repräsentativ gestaltete Wendelstein, eine fast 20 Meter hohe freitragende steinerne Wendeltreppe. Der Wendelstein (Brüstungen und Pilaster) wurde von Dresdner Bildhauern aus Elbsandstein angefertigt. Vorbild war der Wendelstein an der spätgotischen Albrechtsburg in Meißen.

1543-44 wurde die Kapelle von Schloss Hartenfels von Nikolaus Gromann erbaut. Sie gilt als der erste protestantische Kirchenneubau der Welt. Eingeweiht wurde sie 1544 von Martin Luther. Dehio weist darauf hin, dass das Raumkonzept der Schlosskirche vom Raumkonzept des Schlossbaus und nicht von theologischen Konzepten des evangelischen Gottesdienstes, bestimmt sei. Die Kirche ist in einen dreistöckigen Saal des Nordflügels integriert. Die Doppelemporen ruhen auf Flachbögen zwischen den seitlichen Strebepfeilern. Die Kanzel befindet sich an der Südseite des Saals. Der Altar von 1602 ist eine Dresdner Bildhauerarbeit und stammt aus der ehemaligen Schlosskirche im Moritzbau des Residenzschlosses, die 1737 in Wohnraum umgebaut wurde. Zur Ausstattung gehört eine Gedenktafel aus dem Jahr 1545, die Martin Luther zwischen den Prinzen Johann Wilhelm und Johann Friedrich zeigt. 

Als die Albertiner im 16. Jahrhundert ihren Hofhaltungssitz dauerhaft nach Dresden verlegten, wurde das Schloss hauptsächlich als Verwaltungsgebäude genutzt. 1815 gelangte es an das Königreich Preußen und diente nunmehr der preußischen Verwaltung des neugebildeten Kreises Torgau.

Im Rahmen der Stiftung Sächsische Gedenkstätten entstand hier zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft ein Dokumentations- und Informationszentrum. Es setzt sich mit der Rolle Torgaus als Sitz des Reichskriegsgerichts und den damit im Zusammenhang stehenden örtlichen Wehrmachtsgefängnissen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs auseinander.

Bärengraben
Eine alte Tradition hat das Halten von Bären im Burggraben. Schon 1425 wurde dafür ein Bär gefangen. Der feudale Brauch wurde nach der Schlacht bei Torgau 1760 unterbrochen und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder aufgenommen.
Quelle: Wikipedia und einschlägige Literatur

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Die Foto's entstanden am 18. April 2011

Heute befindet sich im Schloss Hartenfels das Landratsamt des Kreises Torgau-Oschatz und im Flügel D, dem Albrechtsbau, Ausstellungsräume. Ein Besuch in diesem herrlichen Schloss lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Mehr dazu gibt es hier und hier (Ausstellungen auf dem Schloss)

Gruß

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