Montag, 6. August 2012

Schloss Nischwitz

Das Schloss Nischwitz ist eine Schlossanlage im Stil des Rokoko in Nischwitz, einem Ort der sächsischen Gemeinde Thallwitz im Landkreis Leipzig. Zwischen 1714 und 1721 errichtet, erhielt es seine heutige Gestalt durch Heinrich von Brühl, der es um 1750 zu einem repräsentativen Sommersitz aus- und umbauen ließ. Nachdem es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr verfiel, erwarb ein privater Investor das Anwesen Anfang der 1990er und lässt es seitdem Schritt für Schritt restaurieren.

Geschichte
Bereits im 11. Jahrhundert wurde in der „Neuen Sächsischen Kirchengalerie“ ein Rittergut an der heutigen Stelle beschrieben. Der Ort wurde 1450 mitsamt dem dazugehörigen Rittergut durch die Familie von Nischwitz erworben und erhielt von ihr seinen Namen.
1714 veranlasste der damalige Besitzer, der Königlich sächsische Kammermeister Freiherr von Rackwitz, den Neubau eines Schlosses mit entsprechenden Nebengebäuden und Park. Architekt war Matthäus Daniel Pöppelmann. Nach Fertigstellung 1721 wechselte das Anwesen im Laufe der Jahre mehrfach die Besitzer.
1743 erwarb schließlich Graf Heinrich von Brühl, später sächsischer Premierminister unter Kurfürst Friedrich August II., den Besitz. Um 1750 ließ er das Anwesen unter Leitung des Oberlandesbaumeisters Johann Christoph Knöffel zu seiner Sommerresidenz im Stil des Rokoko umbauen.

Während des Siebenjährigen Krieges marschierten 1758 preußische Truppen in Sachsen ein. Sie besetzten und plünderten das Schloss. Nach dem Tod Heinrichs von Brühl verkauften seinen Erben den Besitz an den Leipziger Juristen Phillip Heinrich Lastrop.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden nach weiteren Besitzerwechseln umfangreiche Umbauten vorgenommen. Zu dieser Zeit erfuhr auch der damalige, durch Friedrich August Krubsacius angelegte Rokokopark eine Umgestaltung zu einem englischen Landschaftsgarten mit Teepavillons sowie steinernen Statuen und Vasen. 1848 ließ die Familie von Ritzenberg in diesem Park eine Familiengruft in Form eines dorischen Tempels errichten
1888 kaufte Kurt von Zimmermann das Schloss und Gut Nischwitz. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs floh die Familie von Zimmermann vor heranrückenden sowjetischen Truppen und wurde während der sowjetischen Besatzungszeit 1945-49 enteignet. In der DDR diente das Schloss, das den Krieg weitgehend unbeschädigt überstanden hatte, als Alten- und Pflegeheim. Während dieser Zeit setzte ein fortschreitender baulicher Verfall der Anlage ein, der nur notdürftig aufgehalten wurde. Durch die Arbeit einer Gruppe polnischer Restauratoren seit Anfang der 1980er Jahre konnte die Gartenfront des Schlosses weitgehend originalgetreu restauriert werden.
Anfang der 1990er Jahre verkaufte die Gemeinde die Schlossanlage an einen privaten Investor namens Grimm. Später wurde daraus eine Holding GmbH. Diese stellt die spätbarocke Schlossanlage schrittweise wieder her.
Quelle: Wikipedia und einschlägige Literatur

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Die Fotos sind am 10. April 2011 entstanden.

Das Schloss wurde mit seinen Nebengebäuden größtenteils zu Wohnungen ausgebaut. Der Schlosspark ist für Besucher offen. Dort findet man herrliche alte Bäume und verschiedene Denkmäler.
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Gruß

Kommentare:

HANS-PETER ZÜRCHER hat gesagt…

Liebe Anne,

zu diesem Blog gratuliere ich Dir von Herzen.

Die Bilder vom Schloss Nischwitz sind Dir überaus gut gelungen. Auch der Begleittext ist hervorragend und interessant.

Ich freue mich auf viele weitere Sehenswürdigkeiten aus Deiner Heimat...

Liebe Grüsse

Hans-Peter

Anne Hoffmann hat gesagt…

Vielen Dank für die lobenden Worte.
Herzliche Grüße von Anne